Wissenswertes zur Studienplatzklage

Es sind längst nicht mehr nur die „klassischen“ NC-Fächer wie Medizin, Pharmazie oder Rechtswissenschaften, in denen es deutlich mehr Bewerber als Studienplätze gibt. In zahlreichen Bachelor- und Masterstudiengängen sind die Hürden für die Zulassung hoch.

Eine Möglichkeit, doch noch einen Studienplatz zu bekommen, selbst wenn die Abiturnote oder die Note des Bachelors voraussichtlich nicht ausreicht, ist die Studienplatzklage. Am besten sollte man sich frühzeitig über diese Möglichkeit informieren, wenn man weiß, dass eine Studienplatzklage angestrengt werden soll.

Wann eine Studienplatzklage möglich ist

Die Hochschulen müssen nachweisen, dass sie alle verfügbaren Studienplätze an Bewerber vergeben haben. Dazu müssen sie für jedes Fach berechnen, wie viele Studierende sie annehmen müssen. Diese Kapazitätsberechnung ist der Ansatzpunkte bei der Studienplatzklage. Denn nicht selten stellt sich heraus, dass den Universitäten mehr Studienplätze zur Verfügung stehen, als tatsächlich vergeben wurden.

Sind zusätzliche Studienplätze vorhanden, werden diese auf Bewerber verteilt, die rechtzeitig einen Antrag gestellt haben, außerhalb der festgesetzten Kapazität zum Studium zugelassen zu werden. Der NC ist in diesem Fall nicht mehr zu berücksichtigen. Auch wenn zunächst ein hoher NC galt, können die „zusätzlichen“ Studienplätze also an Bewerber vergeben werden, deren Note schlechter war.

Da die Universität aber natürlich der Auffassung sein wird, dass sie die vorhandene Kapazität richtig berechnet hat, wird sie die Anträge auf außerkapazitäre Zulassung ablehnen, so dass geklagt werden muss.

Mit der Studienplatzklage ist es also möglich, trotz einem NC von 1,0 ohne lange Wartezeiten einen Studienplatz zu erhalten.

Erfolgsaussichten einer Studienplatzklage

Die Erfolgsaussichten einer Studienplatzklage hängen wesentlich von der Strategie ab. Sie können erfolglos noch so viele Hochschulen verklagen, wenn die Auswahl nicht stimmt. Darüber hinaus gibt es natürlich Unterschiede von Studienfach zu Studienfach.

Ich biete meinen Mandanten eine individuelle Beratung und lege dar, welche Chancen und Risiken bestehen. Unter Berücksichtigung der Kosten erarbeite ich eine auf Sie zugeschnittene Strategie.

Eine kluge Strategie kann Ihre Erfolgsaussichten erheblich verbessern, sie kann aber natürlich keinen Erfolg garantieren. Umso wichtiger ist es, dass wir Ihre Situation miteinander besprechen, um sie ehrlich und realistisch einschätzen zu können.

Wie läuft das Verfahren ab?

1. Schritt: Antrag auf Zuweisung eines Studienplatzes außerhalb der festgesetzten Kapazität

Das Verfahren beginnt in der Regel mit Ihrer Bewerbung bei der Hochschule bzw. der Stiftung für Hochschulzulassung um einen Studienplatz. Um eine Studienplatzklage führen zu können, müssen Sie rechtzeitig bei der Hochschule einen Antrag auf Zuweisung eines Studienplatzes außerhalb der festgesetzten Kapazität stellen. Dieser Antrag ist die Voraussetzung dafür, dass später eine Studienplatzklage geführt werden kann.

Wichtig: Die Länder haben für einen Antrag auf Zuweisung eines Studienplatzes außerhalb der festgesetzen Kapazität jeweils Ausschlussfristen festgelegt. Diese sind unbedingt einzuhalten, auch wenn noch kein Ablehnungsbescheid vorliegt!

Lassen Sie sich daher frühzeitig kostenlos über die Möglichkeit einer Studienplatzklage beraten.

In NRW müssen außerkapazitäre Zulassungsanträge beispielsweise bis zum 01.04. für das Sommersemester und bis zum 01.10. für das Wintersemester eingereicht werden.

Entsprechend der mit Ihnen besprochenen Strategie stelle ich für Sie die erforderlichen Anträge und übernehme die Korrespondenz mit der Hochschule.

2. Schritt: Antrag auf einstweilige Anordnung beim Verwaltungsgericht

Da bis zur Entscheidung über eine Klage einige Zeit vergeht, stelle ich für Sie einen Antrag auf einstweilige Anordnung. In diesem Eilverfahren überprüft das Verwaltungsgericht, ob zusätzliche Studienplätze zur Verfügung stehen.

Nicht selten ist es möglich, mit der Hochschule in Verhandlungen über einen Vergleich zu treten. Damit kann auch ohne eine gerichtliche Entscheidung eine Zulassung zum Studium erreicht werden.

Was kostet eine Studienplatzklage?

Die Kosten eine Studienplatzklage richten sich vor allem nach der Anzahl der Hochschulen, bei denen ein Verfahren angestrengt werden soll.

Pro Hochschule setzen sich die Kosten wie folgt zusammen:

Im außergerichtlichen Verfahren berechne ich für außerkapazitäre Zulassungsanträge 120,00 €. Dies ist deutlich weniger, als das gesetzlich festgelegte Honorar.

Das gerichtliche Verfahren rechne ich nach den gesetzlichen Gebühren ab. Die genaue Höhe richtet sich nach dem Streitwert, der vom Verwaltungsgericht im jeweiligen Verfahren festgelegt wird. Das bedeutet, dass Sie bei einer niedrigen Streitwertfestsetzung weniger zahlen. Wird die Klage vor dem Verwaltungsgericht gewonnen, muss die Gegenseite vollständig für mein Honorar aufkommen. Wenn Ihre Rechtsschutzversicherung die Kosten übernimmt, tragen Sie auch dann keinerlei Kostenrisiko, wenn Sie unterliegen.

Neben den Anwaltskosten fallen Gerichtskosten und die Kosten der Gegenseite an, wenn die Klage nicht erfolgreich ist.

Pro Universität müssten Sie für das gerichtliche Verfahren etwa 1.100,00 € an Gesamtkosten einplanen. Für die einzelne Universität kann dieser Betrag allerdings höher oder geringer ausfallen.

Häufigste Fragen zur Studienplatzklage

  • Muss ich mich normal auf einen Studienplatz bewerben?
    In den meisten Fällen ist Voraussetzung für einen außerkapazitären Zulassungsantrag, dass man sich auch im normalen Vergabeverfahren beworben hat.
  • Ist es sinnvoll, mehrere Universitäten zu verklagen?
    Mehr als nur eine Studienplatzklage anzustrengen erhöht die Wahrscheinlichkeit, einen Studienplatz zu erhalten. Meines Erachtens kommt es aber vor allem auf die Auswahl der Universitäten, die verklagt werden sollen. Eine kluge Strategie ist daher umso wichtiger.
  • Können Ortswünsche berücksichtigt werden?
    Bei besonders begehrten Studienfächern werden Ortswünsche kaum berücksichtigt werden können, wenn das Ziel, einen Studienplatz zu erhalten, erreicht werden soll. In anderen Fächern als Medizin oder Zahnmedizin ist es eher möglich, die Studienplatzklage auf „Wunschunis“ zu beschränken.
  • Nehme ich mit meiner Klage anderen einen Studienplatz weg?
    Nein. Mit der Studienplatzklage werden zusätzliche vorhandene Studienplätze aufgedeckt, die andernfalls nicht vergeben worden wären.
  • Kann ich mich unverbindlich bei Ihnen informieren?
    Eine kostenlose Ersteinschätzung erhalten Sie telefonisch oder bei einem persönlichen Gespräch.
  • Kann ich Sie auch beauftragen, wenn ich weiter weg wohne?
    Ich führe Studienplatzklagen bundesweit, so dass wir miteinander per E-Mail, Telefon oder Skype in Kontakt bleiben. Um eine Studienplatzklage zu führen, ist ein Termin vor Ort aber nicht notwendig, aber natürlich freue ich mich, Sie persönlich kennenzulernen.
  • Welche Fristen sind zu beachten?
    Die Fristen für außerkapazitäre Zulassungsanträge sind von Bundesland zu Bundesland, teilweise von Uni zu Uni, sehr unterschiedlich. Kommen Sie frühzeitig für eine kostenlose Erstberatung zu mir, damit noch genug Zeit bleibt, alles zu organisieren.
  • Wann sollte ich mich an Sie wenden?
    Möglichst frühzeitig, am besten noch bevor die Bewerbungsfrist abgelaufen ist. Auch später ist eine Klage noch möglich, aber es lohnt sich, rechtzeitig die Erfolgsaussichten einer Studienplatzklage miteinander zu besprechen.

Über den Autor

Jasper Prigge ist Rechtsanwalt in Düsseldorf. Er berät Privatpersonen sowie kleine und mittelständische Unternehmen in medien- und verwaltungsrechtlichen Angelegenheiten. Mehr zu den Tätigkeitsbereichen erfahren Sie hier.

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