Das können Sie tun, um „Zoombombing“ zu verhindern

In der Coronakrise sind Videokonferenzen das Mittel der Wahl. Von der privaten Zusammenkunft bis hin zu größeren Konferenzen – verbreitet ist das US-Unternehmen Zoom. Vielen nicht bewusst ist: Dritte versuchen Veranstaltungen zu stören, indem sie sich zuschalten und zum Beispiel rassistische, pornografische oder gewaltverherrlichende Inhalte teilen. Das Phänomen hat einen Namen: „Zoombombing“.

Veranstalter müssen sich damit auseinandersetzen, wie sie ihre Videokonferenzen schützen.

Nicht nur Zoom ist betroffen

Auch wenn der Begriff anderes vermuten lässt, ist „Zoombombing“ nicht auf einen Anbieter beschränkt. Vielmehr ist potenziell jeder Videokonferenzanbieter betroffen. Aber Veranstalter stehen Angriffen nicht machtlos gegenüber, sondern können sich durch eine Überprüfung ihrer Einstellungen schützen.

Bei privaten Konferenzen muss gesichert sein, dass der Zugang von Teilnehmern auf die Personen beschränkt ist, die teilnehmen dürfen. Zudem dürfen unbekannte Teilnehmer nicht beliebige Inhalte in die Videokonferenz einbringen. Besonders gefahrträchtig ist ein Missbrauch der Funktion, mit der Teilnehmer ihren Bildschirm mit allen anderen teilen können. Es besteht das Risiko, dass illegales Material abgespielt wird.

Zum Glück ist es nicht schwer, „Zoombombing“ zu erschweren. Veranstalter müssen ihre Einstellungen prüfen.

Empfehlungen für Einstellungen bei Zoom

Im Fall von Zoom sollte darauf geachtet werden, dass Veranstaltungen grundsätzlich eine eigene ID erhalten und nicht die Nutzer-ID. Generieren Sie für jede öffentliche Veranstaltung eine eigene ID, um es Dritten zu erschweren, Ihre persönlichen Videocalls aufzufinden. Zoom stellt hier eine Anleitung bereit.

Nutzen Sie die Warteraum-Funktion. Durch diese müssen Teilnehmer durch den Host aktiv zugelassen werden und können sich nicht einfach zuschalten. Nehmen Sie die Einstellung in ihrem Account vor und verpflichtend für alle Nutzer des Accounts. Wie das geht, erklärt Zoom auf einer Hilfeseite.

Beschränken Sie die Möglichkeiten von Teilnehmern, eigene Übertragungen zu starten. In den Account-Einstellungen können Sie einstellen, dass nur der Host die Bildschirmübertragung freigeben kann. Gehen Sie dazu wie folgt vor:

Klicken Sie auf Mein Konto -> Einstellungen -> In Meeting (Grundlagen) und wählen Sie bei der Option „Bildschirmübertragung“ aus, dass nur der Host freigeben kann:

Bildschirmübertragung verhindern.
Einstellungen bei Zoom richtig setzen: Nur Host kann Bildschirmübertagungen freigeben.

Auf „Zoombombig“ vorbereiten

Neben diesen grundlegenden Einstellungen sollten Sie einmal durchdacht haben, wie Sie vorgehen, wenn es doch zu der Situation kommt, dass ein Dritter versucht, die Veranstaltung zu stören. Damit sind Sie in der Lage, die erforderlichen Schritte wie das Entfernen des Teilnehmers oder das Stummschalten so schnell wie möglich zu ergreifen.

Überlegen Sie sich bei größeren Veranstaltungen zudem, ob sie sich durch Co-Hosts unterstützen lassen. Vor allem, wenn Sie selbst vortragen, können Sie nicht zugleich die Teilnehmer im Blick behalten.


Über den Autor

Dr. Jasper Prigge ist Rechtsanwalt in Düsseldorf. Er berät kleine und mittelständische Unternehmen im Medienrecht, IT-Recht und Wettbewerbsrecht. Mehr zu den Tätigkeitsbereichen erfahren Sie hier.

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